Bioinformatik

Natürlich programmiere ich keine Bäume bei gewissen MassiveMultiOnlineRolePlayGames. Die Äußerung kam von einer Bekannten eines guten Freundes (und ehemaligen Kommilitonen). Aber da ich tatsächlich so gut wie immer gefragt werde, was Bioinformatik sein soll, erkläre ich das hier einmal kurz.

Bioinformatik ist zuerst einmal eine Spezialisierung der Informatik. Ich bin also zunächst einmal Informatikerin (und Autistin? Huch, Klitschee-Schublade!), nicht etwa Biologin. Aber tatsächlich beschäftigt sich die Bioinformatik auf Fragestellungen aus der Biologie, welche mit Hilfe von Algorithmen und mathematischen Modellen gelöst werden können. Die Anwendungsmöglichkeiten sind da vielfältig. Bei uns an der Universität liegt der Fokus in der Sequenzanalyse. Also wenn es zum Beispiel darum geht, viele kleine Teilstücke des Erbgutes in die richtige Reihenfolge zu bringen oder auch schlicht die Stelle zu finden, an der ein Protein am wahrscheinlichsten bindet. Inklusive der entsprechenden Wahrscheinlichkeit natürlich 😉 Manchmal kann es aber auch darum gehen, bestimmte Strukturen in Bildern zu erkennen. Dazu habe ich auch einige Vorlesungen gehört und tatsächlich auch meine Bachlorarbeit zu geschrieben.

Dafür allein reicht es dann natürlich nicht,  nur die entsprechenden Algorithmen zu kennen. Ein Bioinformatiker muss auch die biologischen Hintergründe, zumindest in den Grundlagen, verstehen können. Und somit besteht mein Studium zur einen Hälfte aus Vorlesungen in der Bio-/Informatik, zur anderen in der Biologie/Chemie/… (neuerdings auch Pharmazie).

Das macht das gesamte Studium relativ anspruchsvoll. Wir haben bei uns Abbruchquoten von über 50%, zumindest im Bachlor. Im Master sind dann nur noch eine handvoll Studenten.

Vielleicht gibt das einen kleinen Einblick in das, was ich so an der Universtität fachlich so treibe 🙂