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Autistin stationär – Tag 7 bis 9

Da an den einzelnen Tagen nicht sonderlich viel passierte, werde ich die übrigen Tage in einen einzelnen Blogbeitrag zusammentragen.

Tag 7 verlief ohne größere Zwischenfälle. Ich hatte schon am Morgen wieder Hunger und verließ auch schnell mein Bett. Als die ersten Schwestern kamen, war ich endlich aus der OP-Kleidung raus und endlich angezogen. Außerdem hatten sich die Schmerzen deutlich verringert. Ich kam ab sofort mit den Tabletten aus, die ich dreimal täglich bekam. Das Essen vertrug ich ohne Probleme und die Mitbewohnerin stellte sich als überaus rücksichtsvoll heraus. Sodass ich mir schon blöd vorkam, als meine Tante einmal mehr zu Besuch kam und wir das Zimmer nicht direkt verließen. Nur später ein wenig, damit ich wieder in Bewegung kam. Ingesamt war ich aber noch sehr schlapp und schaffte nur kleine Strecken.

Am Abend dann die erste Irritation. Während am Morgen mein Antidepressivum in der Medikation gefehlt hatte (es war schlicht nicht notiert worden, wie ich später in Erfahrung brachte), erhielt ich nun plötzlich ein Abführmittel. Na gut, wenn sie meinten. Ich bemerkte gegen Abend tatsächlich wieder die Verstopfung von vor der OP. Also nahm ich die Tablette. Ein erster Einwand, dass ich durchaus schon einen Stuhldrang hätte, wurde ignoriert … und ich ging nach einem nicht ganz erfolgreichen Versuch wieder überaus früh schlafen. Meine Bettnachbarin hatte an dem Tag mit ihrer Bewegung übertrieben, sodass wir beide noch vor 9 einfach nur noch schlafen wollten.

Tag 8 begann dann mit … einem noch größeren Stuhldrang. Nach der Erfahrung vom Vortrag aber traute ich mich nicht mehr. Ich versuchte das Problem nochmals anzusprechen, und wurde auf das Frühstück vertröstet. Der Körper kenne ja nicht die Packungsbeilage, weshalb das manchmal einfach länger dauern würde. Schön für die, schlecht für mich. Wie gesagt, der Druck wurde immer größer. Nach dem Frühstück natürlich noch einmal mehr. Ich schrieb meine Tante an. Diese sagte allerdings nur, ich sollte mich auf die Erfahrung der Schwestern verlassen. Einfach gesagt, wenn man vom medizinischen Personal schon mehrfach in Krisen geschleudert wurde. Und so regte mich diese Ansage auch nur noch weiter auf. Ich versuchte zu vermitteln, dass etwas mit mir nicht stimmte. Und erreichte einfach niemanden …

Der folgende Overload war keine große Überraschung mehr. Er löste sich erst dann halbwegs wieder auf, als ich vollkommen verheult mit meiner Mutter telefonierte, die sich gleich darauf auf den Weg machte. Kurz darauf kam auch der Arzt, dem ich die ganze Situation (weshalb ich so verheult war) auch nochmal erklärte. Im Anschluss bekam ich ENDLICH ein Zäpfchen. Dann verschwand ich erst einmal unter der Dusche. Blöderweise genau in dem Moment, als meine Mutter ins Zimmer hinein kam. Egal. Duschen beruhigt die Nerven. Dannach war auch alles halbwegs wieder in Ordnung. Das Zäpfchen tat nach einer Weile seine Wirkung, ich konnte den Druck loswerden, hatte jetzt mein Tablet mit einigen Folgen Star Trek da, und außerdem allein im Zimmer. Bis morgen würde ich das ganze schon noch durchhalten. Denn langsam ging mir der ewige Lärm auf dem Flur auf die Nerven. Ich hörte die Geräusche immer genauer und konnte sie immer schlechter ausblenden …

Meine Hand aber juckte. Irgendwann bat ich darum, die Kanüle doch zu entfernen. Und erlebte eine böse Überraschung. Das Jucken kam nicht von ungefähr. An den Kontaktstellen mit dem Pflaster hatten sich rote Streifen gebildet, die schon erste Bläschen warfen. Meine Pflasterallergie hatte zugeschlagen. Ich bekam auch sofort eine Fenistilsalbe, als ich die roten Streifen ansprach („Ich mag zwar ein Laie sein, aber das sieht mir aus wie eine Allergie!“). Und cremte gleich wie verrückt …

Am Abend erhielt ich dann noch Besuch von einer alten Klassenkameradin aus der Grundschule. Wir liefen uns zufällig schon im Foyer über den Weg. Aber zwei große Frauen finden sich gegenseitig auch schnell 😉 Danach ging ich relativ zügig ins Bett, nachdem ich mir noch einen Verband für die Nacht anlegen ließ. Kratzschutz.

Die folgende Nacht war dann auch die erste, in der ich die Nachtschwester sah. Um vier Uhr morgens wachte ich auf, ging zur Toilette und musste für neu eincremen den Verband abnehmen. Da ich folglich natürlich einen neuen brauchte, ging ich zum Stationsstützpunkt. Während der Pfleger mich kommen sah, erschreckte die Schwester sich fürchterlich 😀 Ich erhielt aber ohne weiteres meinen Verband, und ging auch gleich brav zurück ins Bett.

Der nächste Morgen lief erstmals ohne weitere Vorfälle. Aufstehen, Duschen (worüber sich die Schwester mit der ersten Tablette wunderte), Frühstück … und dann kam die Visite. Ich wurde gefragt, ob schon irgendwas zu meiner Entlassung gesagt worden wäre. Ich interpretierte das auf die vorherigen Visiten und verneinte. … plötzlich hieß es, Entlassung am Montag. Obwohl bei der Vorbesprechung von Sonntag gesprochen worden war, wenn ich keine starken Blutungen während der OP hätte. Da ich keine Drainage hatte, war keine starke Blutung aufgetreten und der Sonntag war eigentlich angedacht. Das Chaos im Kopf begann. Wieso entließ man mich nicht planmäßig am dritten Tag nach der OP? Was war mit mir nicht in Ordnung, dass man mich da behielt? Ich fragte wieder beim Stützpunkt nach. Dort wusste man nichts, würde aber den Arzt fragen. Also ging ich zurück auf mein Zimmer und wartete. Und wartete. Schrieb zwischendurch wieder mit Tante und Mutter, die ich beide wieder vorwarnte, dass sich hier gerade erneut ein dickes Problem anbahnte.

Es verging eine Stunde. Zwei Stunden. Ich ging wieder kurz nach vorne um zu fragen, ob man mich nicht vergessen hätte. Plötzlich hieß es, es sei Montag gesagt worden, weil es mir ja gestern so schlecht gegangen wäre. Diese Information aber verstärkte nur das Chaos in meinem Kopf. Meinten die jetzt den Overload? Oder die Probleme mit dem Stuhlgang, die sich doch gestern noch aufgelöst hatten? Und der nächste kündigte sich auch längst wieder an. Ich ging vollkommen irritiert ins Zimmer zurück. Währenddessen wurden die Geräusche auf dem Flur immer unerträglicher. Die Tür bot kaum noch Schutz. Kurz darauf war ich wieder draußen. Jetzt hieß es, die Blutwerte würden entscheiden, ob ich heute gehen darf oder nicht. Was? Wieso denn jetzt wieder eine andere Info? Ich schaffte es nicht mehr, diese ganzen Widersprüche zu verarbeiten. Passierte das jetzt nur, weil ich in einen Overload gerieht? Mein Fluchtinstinkt nahm überhand. Ich rannte förmlich von der Station weg ins Treppenhaus. Um wenigstens erst einmal von all den Geräuschen weg zu kommen …

Aber Geräusche sind das eine. Ein Informationschaos war das andere. Ich ging also kurz darauf wieder zurück zur Station, versuchte zu erklären sie sollten mich am besten einfach da lassen und gab kurz die Karte raus, dass man sich bitte an einen Plan halten und den nicht plötzlich ändern soll. Dann brach wieder die absolute Verzweiflung über mich hinein. Egal, was ich tat. Irgendwann landete ich doch immer wieder im Overload. Schließlich lag ich auf dem Boden und schrie wieder.

… was meine Mutter draußen schon gehört haben musste. Plötzlich stand sie drinnen im Zimmer und versuchte mich ganz langsam zu beruhigen. Draußen hatte sie den Schwestern die aktuelle Situation schon verständlich gemacht. Genauso wie die Tatsache, dass man bei mir im Moment definitiv kein Blut abnehmen könnte. Dafür sei ich im Moment zu aufgeregt. Sobald ich mich wieder beruhigt hätte, würde sie Bescheid geben. In ihrer Anwesenheit beruhigte ich mich auch tatsächlich relativ schnell wieder. Jetzt hörte ich auch endlich, dass es mehrere Kommunikationsfehler gegeben hatte. Die Info von der Entlassung am Sonntag hatte niemand in meine Akte eingetragen. Deshalb hatte der Arzt nicht gewusst, dass ich für Sonntag vorgesehen war … und eines war zum anderen gekommen. Dumm gelaufen. Trotzdem fühlte ich mich wieder einfach nur mies. Doch wenigstens konnte ich jetzt an das Essen (was kurz vor der Schreiphase kam), was vorher noch nur Übelkeit bei mir ausgelöst hatte. Während des Mittagessens kam dann auch die Blutabnahme. Dann hieß es wieder: Warten. Und während ich gerade wieder auf Toilette war (mit erfolgreichem Stuhlgang, wie ich noch laut vermeldete! Also da musste sich nun wirklich keiner mehr Gedanken machen, dass ich da Probleme hätte), kam die erlösende Meldung; Die Blutwerte waren in Ordnung. Ich durfte nach Hause.

Am Nachmittag war ich dann auch tatsächlich noch auf der Geburtstagsfeier meiner Großmutter. Die damit genauso wenig gerechnet hatte wie die Großtante. Aber ich brauchte nach dem ganzen Chaos einfach Mal Ablenkung. Und was soll ich sagen? Ich vertrug sogar das traditionell etwas schwerere Geburtstagsessen. Ich aß nicht so viel wie sonst und schaufelte die Hälfte der zweiten Scheibe Fleisch auf den Teller meiner Mutter. Aber ansonsten war alles in Ordnung.

Vorerst. Da waren ja noch die komischen roten Streifen auf meiner Hand. Zwei zudem im Gesicht, und neue Pflaster am Bauch hatte ich auch gekommen. Die Streifen an der Hand sollten in den nächsten Tagen noch ausarten. Heftiger Blasenwurf, Wundflüssigkeit ohne Ende, von Montag bis einschließlich Mittwoch. Erst am Donnerstag hatte ich halbwegs Ruhe. Am Montag entfernte ich eines der Pflaster vom Bauch, weil es sich einfach immer wieder löste. Am Dienstag dann den Rest, weil sich an der freien Stellen ebenfalls Pusteln bildeten. In dem nahm ich auch schnellstens das Cortison, was mir am selben Tag noch mein alter Hausarzt vorsichtshalber verschrieben hatte. Doch wegen der Allergie konnte ich mich in der ersten Woche leider kaum erholen. Ich bin noch immer krank geschrieben …

Tatsächlich ist aber auch so eine OP, in der einem ein Organ „geklaut“ wird, kein Spaziergang. Ich bin noch immer deutlich schwächer als normal. Auch wenn viele Dinge besser laufen, als vor der OP. So kann ich schon wieder deutlich mehr essen als vorher. Es war also definitiv richtig und wichtig, dass die Gallenblase raus gekommen ist. Nur komme ich mir deswegen manchmal furchtbar defekt vor. Bislang war mein Körper immer in Ordnung. Jetzt ist er es nicht mehr. Und erst letzte Nacht hatte ich einen Albtraum. In der noch mehr in meinem Körper kaputt ging. Ich noch mehr OPs hinter mich bringen musste … ich hoffe, bis dahin dauert es noch möglichst lange.

Autistin stationär: Tag 6 – Die OP

Der Tag begann unbarmherzig früh um 3 Uhr morgens. Ich konnte einfach nicht mehr schlafen, weil ich so nervös war. Dabei war der Wecker auf 5 gestellt. Das hatte wenigstens den netten Nebeneffekt, dass ich immer wieder viel zu verschlafen war, um mich weiter aufzuregen.

Im Krankenhaus waren wir dann überpünktlich um 10 vor 7. Man setzte uns einmal mehr in den Aufenthaltsbereich und ließ uns warten. Später kamen noch zwei weitere Personen mit Gepäck. Ich bekam wieder ein schlechtes Gefühl, was mein Einzelzimmer anging. Und tatsächlich kam ich zuerst in ein Zweibettzimmer. Mit einer überraschend jungen Bettnachbarin. Man teilte mir aber mit, dass ich später noch wo anders hin könnte. Alles ok. Ich zog mir die OP-Kleidung an und legte mich erst einmal wieder ins Bett. Wobei ich skeptisch die Inkontinenzeinlage des Bettes bemerkte. Hallo? Ich bin 25!

Lange musste ich dann auch nicht mehr warten bis man mich zur OP holte. Meine Mutter kam mit bis vor den Raum mit der Schleuse. Weiter durfte sie mich nicht begleiten. Im ersten Raum krabbelte ich nur vom Bett auf die OP-Liege und ließ alles unnötige zurück. Mit der Liege und einer schön vorgewärmten Decke wurde ich dann weiter geschoben. Festgezurrt übrigens.  Immer wieder musste ich mit den Tränen kämpfen. Ich wollte nicht den OP-Saal von innen sehen. Schon gar nicht, wenn ich so schon fast vor Angst heulte. Die komische Tablette wirkte wohl wieder nicht. 

Als nächstes kann jedoch der Vorbereitungsraum. Man klaute mir mein OP-Hemd und schloss mich an allerlei Gerätschaften an. EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung. Alles mit Ansage und mit ruhigen Ton. Na klar, für andere war das hier Routine. Kurz nachdem der Zugang lag (der zum Glück rechts keinen meiner blauen Flecken vom gestrigen Meltdown erwischte), kam ein zweiter Arzt hinein. Man wunderte sich ein wenig über meinen Wohnort (Patientin mit der längsten Anfahrt) und spritzte mir ein erstes Medikament. Danach kam eine Sauerstoffmaske, um mich mit selbigen anzureichern. Während der Prozedur bin ich dann plötzlich einfach weggenickt…

Wach wurde ich dann wieder in meinem Bett, mit OP-Hemdchen an, leichten Bauchschmerzen und einem Pflaster am Finger (ich weiß immer noch nicht, wozu das ist!). So schnell wie nach der Magenspiegelung wurde ich aber nicht wach. Ich war zwar ansprechbar und erkannte meine Tante, die kurz hinein kam, war aber immer kurz davor wieder einzuschlafen. Trotzdem kam ich relativ schnell wieder zurück auf Station. Wieder in das Zweibettzimmer. Man sagte mir zwar, dass ich auch in ein Einzelzimmer konnte. Da ich mich aber mit der Bettnachbarin gut verstand, blieb ich. Wenn es mir gut ginge, könnte ich am Abend etwas essen. 

Erste Schmerzmittel, später ging meine Tante mit mir den Essensplan durch. Gegen Mittag schlief ich auch eine Weile. Nur dann kamen die Schmerzen zurück. Die Schwester konnte mir geben was sie wollte. Nach etwa zwei Stunden waren die Schmerzen wieder kaum zu ertragen. Übel wurde mir auch immer wieder. Auf das Abendessen verzichtete ich somit freiwillig. Mir war nicht nach Essen und auch mit dem Trinken musste ich vorsichtig sein. Gegen 8 Uhr versuchte ich dann während einer weiteren Gabe von Schmerzmitteln einfach zu schlafen. Ich wurde kurz noch einmal von einem Arzt geweckt, der wegen der Schmerzen noch einmal auf meine Wunden schaute. Doch da schien alles ok. Und ich schlief weiter… Die ganze Nacht am leeren Tropf hängend. Wieso den keiner entfernt hat? 

Ich weiß immer noch nicht, wieso ich gestern auf kam ein Mittel ansprach. Psychisch wird es nicht gewesen sein, da eine Folge Star Trek auch keine Erleichterung brachte. Hatte man hier auf Station etwas falsch eingeschätzt? Heute morgen habe ich erfahren, dass die Gallenblase wohl ziemlich angeschwollen war und man deshalb die Bauchdecke hat gut anheben müssen. Wahrscheinlich werde ich deshalb stärkere Schmerzen gehabt haben… 

Krankenhaus-Karteikarten

Da ich ja demnächst nochmal stationär in Behandlung gehen muss, möchte ich einige Karteikarten erstellen, die bei der Kommunikation mit dem Krankenhauspersonal helfen sollen. Die Karteikarten werden zudem immer wieder überarbeitet, wenn es neue Ideen/Anmerkungen/Hinweise/Ergänzungen gibt.

Vielleicht kann sie der ein oder andere ebenfalls gebrauchen.

Aktuelle Version vom 31.07.2017 (2. Version mit neuen und überarbeiteten Karten)

Karteikarten_KH (doc)

Karteikarten_KH (docx)

Karteikarten_KH (odt)

Karteikarten_KH (pdf)

In den Klammern finden sich jeweils die Dateiformate der Dateien. Bis auf die pdf sind alle Dateien bearbeitbar, sofern die Sicherheitseinstufungen des verwendeten Programms entsprechend angepasst werden (z.B. Word sperrt grundsätzlich erstmal die Bearbeitung von heruntergeladenen Dateien). Je nach Programm kann leider die Formatierung etwas zerstört sein. Sie sollte sich aber leicht repaieren lassen.

Die Karten selbst sind im A6-Format.

Wer Ergänzungen hat; Immer her damit 😉

Autistin stationär: Tag 2

Und wieder mehr Tamtam, als ich eigentlich wollte… 

Überpünktlich um viertel neun stand ich also wieder auf der Station. Die erste Nachricht war, dass das für mich angedachte Zimmer noch immer nicht frei wäre. Um mich aber nicht endlos stehen zu lassen, wollte man mich wenigstens irgendwo hin setzten. Nach einer Rückfrage, ob ein geschlossener oder offener Raum besser sei, setzte man mit dann in den Patientenaufenthalt. Dort, wo man auch Wasser bekommen konnte. Blöd nur, wenn man die Anweisung hat „Nüchtern bleiben!“. So dachte ich wenigstens.

Ich reagiere leider ziemlich empfindlich darauf, wenn man mir von außen eine Mahlzeit vorenthalten. Und so dauerte es auch nicht lange, bis sich die ersten Kopfschmerzen einstellen. Ich wartete derweil. Machte mir Notizen für den heutigen Blogeintrag. Beobachtete Ärzte, Pfleger und Patienten, die durch die Gänge liefen, und wartete einfach weiter. 

Es passierte nichts. 

Irgendwann ging ich nochmal rüber zu den Schwestern, um ihnen noch einmal meinen Allergiepass vorzulegen. Man sah ja anscheinend noch nicht ein, dass es bei mir nicht ausreicht, antiallergische Pflaster zu verwenden. Leider reagiere ich da noch immer auf viele. Dann aber ging ich einfach wieder zurück zu meinem Platz. 

Irgendwo bemerkte ich einen Hinweis, dass der Gebrauch von Mobiltelefonen im Krankenhaus untersagt sei. Um mögliche Störungen medizinischer Geräte zu vermeiden. Ähm… Wie alt war der Zettel denn? Ich hatte im ganzen Gebäude noch kein entsprechendes Schild gesehen. Und am Vortag hatte mich auch niemand ermahnt. Ich beschloss, den Hinweis einfach zu ignorieren, Ohne meine Musik würde ich hier nicht aushalten (Der OST von Wonder Woman war es heute übrigens ;)) 

Irgendwann viel dann auf dem Flur etwas, das wie mein Name klang. Ehrlich. Nach fast 6 Jahren hier verstehe ich noch immer nicht, wieso kaum jemand meinen Nachnamen richtig ausspricht. Ok, liegt wohl an dem ähnlich geschriebenen Nachnamen, der hier sehr viel verbreiteter ist als in NRW. Aber ich weiß inzwischen, dass unserer einen ganz anderen Ursprung hat. Womit sich auch die andere Aussprache erklärt.

Etwas später bemerkte ich dann Ärzte auf Visite. Ich fragte mich, ob man wohl in einem Zimmer die Patientin vermissen würde. Die saß hier schließlich noch immer mit Gepäck einfach herum. 

Um 9.50 schließlich fragte man mich_endlich_ einige Grundlegende Dinge zu Pflege und Vorerkrankungen ab und Maß einmal mehr Blutdruck und Puls. 110/80… Ich ahnte schon, dass er Mal wieder eine Tendenz nach unten hatte.

Um 11.20 kam dann endlich die Meldung, dass ich um halb eins auf mein Zimmer könnte. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt lieber wissen, wann denn diese elendige Untersuchung stattfinden würde, für die ich nüchtern blieb und kaum etwas trank. 

Eine halbe Stunde später fragte ich dann schließlich, was denn nun mit der Untersuchung sei. Ich sah immerhin, wie man schon das Mittagessen verteilte. Frühstück hatte ich keines gehabt. Man sagte mir, man würde nochmal anrufen und schien sich auch zu wundern, dass man mir noch nicht einmal Blut abgenommen hatte. 

Wenigstens kam dann kurz die Schwester mit dem Essen auf mich zu und teilte mir mit, dass sie mein Essen für mich aufbewahrt. Ah ja. Es gab also durchaus eine Portion für mich. 

Um 12.15 beschloss ich nicht mehr darauf zu achten, was jetzt mit dem Trinken war oder nicht. Mir ging es mittlerweile zu schlecht. Nur so viel schaffte ich nicht mehr,, bis endlich die Ärztin zur Blutabnahme kam. Während sie aber mit der Nadel in meinem Arm herumstocherte (bei mir funktioniert wohl leider wirklich nur die Armbeuge), würde mir immer schwindeliger. Als ich das mitteilte, hob man auch gleich meine Füße hoch und holte das Bett aus meinem Zimmer. Mir ging es derweil nicht besser. Mein Gehör machte einen Abgang. Irritiert davon, ob das jetzt mit dem Kreislauf zusammen hing oder ein seltsam geartete Overload war, ignorierte ich es und versuchte selbst zum Bett zu kommen. 

Im nächsten Moment glaubte ich eigentlich zu Hause zu sein und blickte sechs Ärztinnen und Schwestern auf dem Boden liegenden entgegen. Eine von ihnen hielt meine Füße hoch. Wenn ich eben geträumt hatte, wo war ich gerade bitte? Wieso sah die Decke so komisch aus, und wieso ist hier medizinisches Personal? Ich bräuchte einen Moment um mich wieder ins hier und jetzt zu schieben. Zum Glück war ich wohl aber nur ein paar Sekunden weg gewesen, wie ich auf Nachfrage erfuhr. Und ins Bett schaffte ich es kurz darauf tatsächlich selbst. Komisch fühlte ich mich allerdings noch immer. Man schloss mich an gleich zwei Infusionen mit Kochsalzlösung an und kontrollierte Puls und Blutdruck. 106 zu irgendwas… Im Liegen war ich definitiv stabil. Das Pulskontrollgerät schlug jedoch andauernd Fehlalarme, sodass es schon kurz darauf wieder abgebaut wurde. Mir ging es ja offensichtlich doch ganz gut. Machte auch Späße (als man mich ins Zimmer schob und es dabei Probleme gab: „Ich mach hier mal nichts. „)  Und meine Ohnmacht war mit dem fehlenden Wasser und Essen recht gut erklärbar. 

Seitdem bin ich auf einem wunderbar ruhigen_EInzelzimmer_ am Ende der Station. Die eigentlich für heute geplante Untersuchung wurde wegen meiner Ohnmacht auf morgen verschoben. Die aktuellen Blutwerte sind nach wie vor absolut in Ordnung, es besteht kein Grund jetzt irgendwas zu übereilen. Kurz nachdem ich im Zimmer war, bekam ich auch etwas zu Essen. Kartoffeln, Blumenkohl, eine Platte Frikadelle in dunkler Bratensoße, dazu eine Schokocreme. Echt lecker, dafür dass das Krankenhausessen so verrufen ist. Ich dachte nur, ich sollte vorläufig auf Schon Kosten bleiben? 

Den Nachmittag verbrachte ich dann hauptsächlich im Liegen. Mein Kreislauf ist noch immer ein wenig angemachscht. Aber wenigstens habe ich die Aufklärungsbögen für morgen schon fertig. Aber je mehr ich trinke, desto besser geht es mir auch wieder. Ich muss noch nur eine Sache wegen eines Medikaments fragen, das ich in 1,5 Stunden wieder einsetzen muss. Dann verbringe ich wohl meine erste Nacht im Krankenhaus… 

Morgen folgt dann die erste Narkose innerhalb meines Erfahrungszeitraunmes (ich hatte als Säugling schon Mal eine, aber glaubt ihr, ich weiß das noch?). Für die Magenspiegelung und einige andere ähnliche Untersuchungen werde ich schlafen geschickt. Was sicherlich besser ist, da ansonsten bestimmt während der Untersuchung eine extreme Panikattacke bekäme. Meine instinktiv Selbstverteidigung ist nun Mal wirklich nicht ohne (schon Augentropfen waren immer ein einziger Aufstand bei mir). 

Fortsetzung folgt.