Wo bleibt die Kritik?

Kurz etwas in eigener Sache … die Kritik zum zweiten Teil von Ella Schön wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, weil ich dafür erstmal 90 Minuten aufmerksam (!) Film schauen muss, und dann die Notizen zu einem vernünftigen Beitrag umformen. Im Unterschied zum ersten Teil bin ich mittlerweile im Forschungsgruppenpraktikum (enorm wichtig, weil es die letzten Punkte vor der Masterarbeit sind) und habe noch zwei größere Projekte mit Vorrang im Hintergrund laufen, weshalb ich die nötigen 4 bis 5 Stunden am Stück im Moment schlicht nicht so einfach einbringen kann. Ich habe den Film aufgenommen, also weglaufen wird er mir nicht.

Also entschuldigt bitte, dass ich euch noch warten lasse. Das schnell nebenbei zu machen und mich dabei zu erledigen hilft am Ende ja niemanden 😉

2 Gedanken zu „Wo bleibt die Kritik?

  1. Bezüglich deiner Beurteilungen wollte ich mal erwähnen, dass ich beide Teile von Ella Schön echt gut fand.

    Wie immer wieder gesagt und betont wird, es gibt nicht den Autisten, den Asperger, jeder ist in seiner Art sehr unterschiedlich.

    Es war ein Film. Wären einige Situationen total realistisch gewesen, dann wäre der Film total langweilig gewesen. Zeig mir mal einen Krimi, der total realistisch ist. Gehe mal auf eine Polizeistation und sehe dir dort den häufig langweiligen Alltag an.

    Ich finde beide Teile von Ella Schön echt gut, habe mich in rund 90 % selber wieder erkannt. Z. B. Thema Kleidung, als sie direkt 7-fach alles gekauft hat. Ich hasse es, neue Kleidung zu kaufen, trage meine Sachen immer locker 10 bis 20 Jahre. Und wenn mir was gefällt, dann kaufe ich es immer doppelt. Wenn mal eines davon kaputt geht, dann habe ich das andere noch zur Reserve. Wenn mal was in der Waschmaschine ist, dann habe ich solange das andere Teil.

    Auch die monotone Stimme. Ich bin bei uns im Büro für die Telefonzentrale zuständig (weil ich nicht direkt mit Menschen sprechen kann). Mir wurde schon von sehr vielen Anrufern gesagt, dass ich eine „Computerstimme“ habe, dass sie, wenn ich mich melde, auf das „Piep“ des Anrufbeantworters warten. Sie sind dann ganz erstaut, dass sie eine reale Person dran haben.

    Auch mit dem Sortieren, alles ordentlich ordnen, auch beim Essen. Auch darin bin ich genauso. Und es regt mich auf, wenn andere es „chaotischer“ machen. Ich sortiere bei Anderen dann zwar nicht den Schrank, würde es aber am liebsten machen. In Gedanken mache ich es auch, was würde ich wie sortieren.

    Die 10 %, die nicht stimmen, das ist nur, dass ich mehr lache (ich liebe Comedians) und dass ich mehr Emotionen habe, eigentlich schon zu viel. Wenn ich von Unfällen, Todesfällen höre (Nachrichten), dann kämpfe ich sofort mit den Tränen. Diesbezüglich bin ich sehr nah am Wasser gebaut.

    Wenn auf der Arbeit was „Allgemeines“ gefragt wird, womit ich mich auskenne, dann komme auch ich immer sofort mit „Zahlen, Daten und Fakten“ an. Meine Kollegen sind immer wieder überrascht, was ich alles im Kopf habe (von den Sachen, die mich interessieren). Auch Situationen, die Andere längst vergessen haben. Ich schalte mein „Kopfkino“ an und kann dann (auch ältere Situationen) Wort für Wort genau wiedergeben (so wie Ella Schön es bei den ganzen Paragraphen gemacht hat).

    Auch ich verstehe vieles nicht direkt, nehme die meisten Redewendungen zu wörtlich. Mir muss vieles erst erklärt werden.

    Ja, wie gesagt, jeder Autist, jeder Asperger ist etwas anders und mein Leben, meine Art, meinen Charakter hat sie unwahrscheinlich gut dargestellt.

    Viele Grüße, es ist immer wieder interessant, deine Einträge zu lesen (also auch, wie andere über solche Sachen denken).

    1. Ich kann auch durchaus verstehen, dass sich der ein oder andere teilweise (!) bei Ella wiederfindet.

      Nur bin ich es ehrlich leid, dass wir immer wieder denselben Typus von Autist in Filmen und Serien vorgesetzt bekommen. Wie soll die Allgemeinheit verstehen, dass jeder Autist anders ist, wenn er immer wieder dieselbe Klischeefigur sieht? Denn genau das meine ich hier mit Klischee: Eigenschaften, die sich bei jeder fiktiven, autistischer Figur finden. Wir, die eben anders sind, fallen da immer und immer wieder hinten unter und müssen uns dann verteidigen, dass wir eben auch autistisch sind.

      Und zu „Es war ein Film“ habe ich ja schon etwas geschrieben. Ich bin mir sicher, man hätte auch mit einer realistischen Figur einen unterhaltsamen Film machen können.

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