Und dann war alles weg, Teil 3

[Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung. Bitte lest zunächst die ersten beiden Teile, sonst werden euch hier einige Informationen fehlen. Teil 1, Teil 2]

Und wieder kein Schlaf. Zumindest wachte ich wieder einmal Stunden vor dem Wecker auf und konnte nicht mehr einschlafen. So war ich aber auch pünktlich zum Frühstück um 6 Uhr schon unten.

Moment. Wo war denn nun das Frühstück? Es gab zwar einen großen Bildschirm, der als Hinweisschild fungierte. Aber weiter stand da nichts. Letztendlich fragte ich einen Mitarbeiter, der mir auch freundlicher Weise half. Im Hotel wusste man durchaus, dass man ein paar Gäste von einem Hausbrand hatte. Und es hilft, das als Vorwand benutzen zu können, weshalb man neben der Leitung steht. Die Leute verstehen das definitiv besser als „Autismus“. Die nächste Verwirrung ließ aber nicht lange auf sich warten. Wieso kontrollierte niemand das Buffet? Und wie verhielt man sich da nun richtig? Egal. Als ich wieder für mich war, bediente ich mich ordentlich. Immerhin wusste ich nicht, wie viel ich den Rest des Tages über wieder Essen würde.

Und ab wieder zurück zur Vermietung. Die neue Wohnung war soweit in Ordnung. Nur musste die dort vorhandene Küche noch raus, das Klo zu Seite. Sonst würde meine Waschmaschine nicht passen. Zudem bekam ich die Zusage, dass man mir noch neue Steckdosen legen würde, sollte ich zusätzliche brauchen. Wir vereinbarten dann einen neuen Termin zur Wohnungsübergabe und Vertragsunterzeichnung. Nächster Tag, 11 Uhr.

Dann begann ich zu laufen. Zuerst zum Institut, meine Krankschreibung abgeben. Dann meinen Multimediavertrag abändern, was mich noch 50€ kosten wird. Darüber ärgere ich mich noch immer. Ich hatte einen Nachweis darüber, dass der Umzug nicht freiwillig erfolgt, und dennoch kassieren die einen ab? Na danke auch. Dann noch eine kurze Runde durch den Drogeriemarkt. Mitten im Laden erhielt ich dann den Anruf, dass der Termin für den Umzug feststand; Morgen, 9 Uhr. Folglich entfiel der Termin für die Wohnungsübergabe, ich sollte aber kurz vorher für die Schlüssel vorbei kommen.

Was also nun? Ich beendete schnell meinen Einkauf (bei dem ich wegen des Anrufs den Tee vergaß) und fuhr zurück ins Hotel, in dem ich noch eine Nacht bleiben durfte. Dort verständigte ich dann zwei meiner Kommilitonen, die zum Glück beide am nächsten Tag Zeit hatten. Und schlief erst Mal eine ganze Weile. Den Rest des Abends blieb ich dann auch auf meinem Zimmer. Der Umzug am nächsten Tag würde mich genug Nerven kosten, zerstörte man doch endgültig meinen letzten Rückzugsraum. Noch dazu der Kontakt mit zig unbekannten Menschen, die meine Wohnung sehen würden, ohne dass ich das irgendwie vorbereiten konnte. Und ich war aufgrund ständiger Erschöpfung schon seit einiger Zeit im Haushalt nachlässig gewesen. Aber ich bin ja nur eine Autistin. Wen kümmerte es schon, dass mich das alles überforderte? Dass ich den Anruf des Elektrikers eigentlich gar nicht hätte entgegen nehmen können?

Wie gesagt, ich bin ja nur Autistin. Und damit genauso wie jeder andere … nicht!

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