Autistin stationär: Tag 6 – Die OP

Der Tag begann unbarmherzig früh um 3 Uhr morgens. Ich konnte einfach nicht mehr schlafen, weil ich so nervös war. Dabei war der Wecker auf 5 gestellt. Das hatte wenigstens den netten Nebeneffekt, dass ich immer wieder viel zu verschlafen war, um mich weiter aufzuregen.

Im Krankenhaus waren wir dann überpünktlich um 10 vor 7. Man setzte uns einmal mehr in den Aufenthaltsbereich und ließ uns warten. Später kamen noch zwei weitere Personen mit Gepäck. Ich bekam wieder ein schlechtes Gefühl, was mein Einzelzimmer anging. Und tatsächlich kam ich zuerst in ein Zweibettzimmer. Mit einer überraschend jungen Bettnachbarin. Man teilte mir aber mit, dass ich später noch wo anders hin könnte. Alles ok. Ich zog mir die OP-Kleidung an und legte mich erst einmal wieder ins Bett. Wobei ich skeptisch die Inkontinenzeinlage des Bettes bemerkte. Hallo? Ich bin 25!

Lange musste ich dann auch nicht mehr warten bis man mich zur OP holte. Meine Mutter kam mit bis vor den Raum mit der Schleuse. Weiter durfte sie mich nicht begleiten. Im ersten Raum krabbelte ich nur vom Bett auf die OP-Liege und ließ alles unnötige zurück. Mit der Liege und einer schön vorgewärmten Decke wurde ich dann weiter geschoben. Festgezurrt übrigens.  Immer wieder musste ich mit den Tränen kämpfen. Ich wollte nicht den OP-Saal von innen sehen. Schon gar nicht, wenn ich so schon fast vor Angst heulte. Die komische Tablette wirkte wohl wieder nicht. 

Als nächstes kann jedoch der Vorbereitungsraum. Man klaute mir mein OP-Hemd und schloss mich an allerlei Gerätschaften an. EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung. Alles mit Ansage und mit ruhigen Ton. Na klar, für andere war das hier Routine. Kurz nachdem der Zugang lag (der zum Glück rechts keinen meiner blauen Flecken vom gestrigen Meltdown erwischte), kam ein zweiter Arzt hinein. Man wunderte sich ein wenig über meinen Wohnort (Patientin mit der längsten Anfahrt) und spritzte mir ein erstes Medikament. Danach kam eine Sauerstoffmaske, um mich mit selbigen anzureichern. Während der Prozedur bin ich dann plötzlich einfach weggenickt…

Wach wurde ich dann wieder in meinem Bett, mit OP-Hemdchen an, leichten Bauchschmerzen und einem Pflaster am Finger (ich weiß immer noch nicht, wozu das ist!). So schnell wie nach der Magenspiegelung wurde ich aber nicht wach. Ich war zwar ansprechbar und erkannte meine Tante, die kurz hinein kam, war aber immer kurz davor wieder einzuschlafen. Trotzdem kam ich relativ schnell wieder zurück auf Station. Wieder in das Zweibettzimmer. Man sagte mir zwar, dass ich auch in ein Einzelzimmer konnte. Da ich mich aber mit der Bettnachbarin gut verstand, blieb ich. Wenn es mir gut ginge, könnte ich am Abend etwas essen. 

Erste Schmerzmittel, später ging meine Tante mit mir den Essensplan durch. Gegen Mittag schlief ich auch eine Weile. Nur dann kamen die Schmerzen zurück. Die Schwester konnte mir geben was sie wollte. Nach etwa zwei Stunden waren die Schmerzen wieder kaum zu ertragen. Übel wurde mir auch immer wieder. Auf das Abendessen verzichtete ich somit freiwillig. Mir war nicht nach Essen und auch mit dem Trinken musste ich vorsichtig sein. Gegen 8 Uhr versuchte ich dann während einer weiteren Gabe von Schmerzmitteln einfach zu schlafen. Ich wurde kurz noch einmal von einem Arzt geweckt, der wegen der Schmerzen noch einmal auf meine Wunden schaute. Doch da schien alles ok. Und ich schlief weiter… Die ganze Nacht am leeren Tropf hängend. Wieso den keiner entfernt hat? 

Ich weiß immer noch nicht, wieso ich gestern auf kam ein Mittel ansprach. Psychisch wird es nicht gewesen sein, da eine Folge Star Trek auch keine Erleichterung brachte. Hatte man hier auf Station etwas falsch eingeschätzt? Heute morgen habe ich erfahren, dass die Gallenblase wohl ziemlich angeschwollen war und man deshalb die Bauchdecke hat gut anheben müssen. Wahrscheinlich werde ich deshalb stärkere Schmerzen gehabt haben… 

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