Archiv für den Monat: April 2017

Mich stellt doch niemand ein … oder?

Inzwischen weiß ich nicht mehr, wann ich angefangen habe das zu glauben. In der Realschule gab ich mir irgendwann mit meinen Noten reichlich Mühe, um meine nicht vorhandenen „Soft-Skills“ auszugleichen. Die Lehrer hatten uns erzählt, dass diese mindestens genauso wichtig wären wie unsere Noten, wenn wir uns für eine Stelle bewerben wollten. Aber Soft-Skills besaß ich kaum. Dass ich einen Beruf mit viel Kundenkontakt besser nicht ergreifen sollte, hatte sich im Praktikum mehr als deutlich gezeigt. Teamarbeit? Fehlanzeige. Flexibilität? Nur an guten Tagen und beschränkt. Diese Aufzählung lässt sich bestimmt beliebig fortsetzen …

Immer wieder schob ich das Thema beiseite. Ich wollte von der Realschule aufs Gymnasium wechseln. Ausbildungsplatz suchen; unnötig. Dasselbe galt wieder nach dem Abitur und dem Abschluss des Bachlors.

Im Master stand mein Studium dann plötzlich kurz vor dem Abbruch. Obwohl ich alle Prüfungen mit unglaublichen Noten bestanden hatte. Das Bafög-Amt ließ sich mit der Bewilligung meines Antrages enorm viel Zeit. Es fehlten noch Unterlagen für einen zugehörigen Antrag. Aber niemand wusste, wo diese Unterlagen herzubekommen waren. Und somit stand ich vollkommen ohne Einkommen da. Eine Bewerbung auf ein Stipendium war ohne Erfolg geblieben.

Verzweifelt überlegte ich, was ich tun könnte. Irgendwie musste ich an Geld kommen. Um wenigstens etwas länger studieren zu können. Von einem guten Freund wusste ich schon, dass man in unserem Studienfach besser mit einem Master abschließt. Die meisten für Studenten typischen Nebenjobs waren für mich aber nicht machbar. Zumal ich die meiste Zeit für mein Studium benötige (und ich mache noch nicht einmal die Anzahl an Modulen, die für ein Semester vorgesehen ist).

Irgendwann beschloss ich, einfach ins kalte Wasser zu springen. Zu verlieren hatte ich kaum noch etwas. Ein Professor hatte gegen Ende des vorherigen Semesters den Begriff „HiWi“ (wissenschaftliche Hilfskraft) mir gegenüber schon einmal in den Mund genommen. Noch dazu einer derjenigen, die meine Diagnose kennen. Genau diesen Professor schrieb ich mit Unterstützung eines Bekannten an und fragte ihn direkt, ob er nicht eine Stelle für mich hätte.

Er hatte eine. Ehe ich mich versah, lief alles auf eine Anstellung als wissenschaftliche Hilfskraft bei eben jenem Professor hinaus. Es sollte noch ein paar Wochen dauern, aber schließlich unterschrieb ich meinen ersten Arbeitsvertrag. Davor schrie ich mehr als einmal beinahe wie verrückt, weil mir alles viel zu plötzlich kam.

Bislang läuft es sehr gut im Job. Ich bin hoch motiviert, diese Chance zu nutzen und mich zu beweisen. Denn wer weiß, vielleicht ist das meine direkte Fahrkarte zur Promotion. Jedenfalls scheint der Professor aktuell hochzufrieden mit meiner Arbeit. Und so lange der Vertrag läuft, ist mein Studium mehr als abgesichert (das Amt hat sich dann doch noch bewegt). Tatsächlich aber muss ich aufpassen, dass ich es nicht übertreibe und mich überarbeite. Dafür gibt es aber eine feste Stundenanzahl im Monat.

Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich nach einem neuen Vertrag fragen (denn natürlich bin ich als HiWi befristet eingestellt) … wünscht mir Glück 🙂

Studienassistenz

Trotz all meiner guten Studienleistungen kann ich selbst im Studienalltag nicht alles alleine regeln. Wenigstens nicht, seitdem ich im Master studiere.

Im Bachlor klappte alles noch wunderbar halbwegs allein. Der Stundenplan war vorgegeben. Als ich dann die erste (und einzige) Prüfung versaute und durchfiel, konnte ich mir auch relativ leicht einen alternativen Stundenplan zusammen stellen. Die Informationen waren alle vorhanden. Alle Module, bis auf sechs (später dann durch eine Umstellung der Studienordnung vier), fest vorgegeben. Diese freien „Wahlpflichtmodule“ konnte ich auch relativ gut allein organisieren. Den Behindertenbeauftragten konsultierte ich nur zu Beginn eines jeden Semestern, um mit ihm zusammen Nachrichten bezüglich meiner Nachteilsausgleiche zu formulieren. Ab und an hatten wir diesbezüglich auch ein Gespräch, aber das war die Ausnahme.

Jetzt im Master ist jedoch alles anders. Es ist nur noch genau ein Modul vorgegeben; Die Masterarbeit. Alle anderen Module sind Wahlpflichtfächer. Also hier schon ein höherer organisatorischer Aufwand.

Solange es an meinem Institut bliebe, wäre das für mich ebenfalls kein Problem. Sämtliche Informationen zu den Modulen stehen zur Verfügung und man weiß im wenigstens 7. Hochschulsemester (bei mir war es sogar das 9.) schlicht, wo man diese findet.

Nicht so außerhalb meines Instituts. Insbesondere bei den Biologen. Nicht nur, dass hier die Informationen meistens fehlen. Sämtliche Veranstaltungen dort finden im Block statt. Sechs Wochen am Stück, ohne Zeiträume für andere Aktivitäten. Dumm nur, dass die Informatiker ihre Vorlesungen und zugehörigen Übungen über die gesamte Vorlesungszeit laufen lassen, mit jeweils einem Termin in der Woche. Ich hatte zwei Systeme zu kombinieren, die nicht kombinierbar waren. Zusätzlich dazu, dass außerhalb meines Instituts alles auf Einzelfalllösungen hinaus lief. Schon allein aufgrund meines Studienganges sollte ich jeden einzelnen Dozenten für jedes einzelne Fach zunächst konsultieren, um Informationen einzuholen. Für mich als Autistin? Undenkbar. Zumindest, so lange ich alles allein und ohne Unterstützung würde durchziehen müssen.

Also beantragte ich eine Studienassistenz. Die war dann zum Glück auch schnell gefunden; Eine der schon als Assistenz tätigen Studierenden kannte mich und meine „Eigenheiten“ schon etwas länger. Somit entfiehl netter Weise die „Einarbeitungsphase“ fast vollständig. Weil Fachkräfte für autistische Studierende? Gibt es nicht. „Wir“ (die Selbstvertretung der Studierenden mit chronischen Krankheiten und/oder Behinderungen) haben generell schon mehrfach um das Buget für die Assistenz kämpfen müssen.

Mit der Hilfe dieser Studenassistenz bin ich jetzt auch schon weit gekommen. Alle Module bis auf genau zwei sind in gemeinsamer (!) Arbeit organisiert oder sogar schon abgeschlossen. Beim letzten Modul (dem Master) werde ich wahrscheinlich aufgrund meiner Situation an meinem Institut ganz gut verzichten können (dazu wird es noch einen gesonderten Artikel geben).

Nun darf mein Studienassistenz leider nicht mehr weiter beschäftigt werden. Folglich habe ich ab nächster Woche eine neue. Eine Studentin der Geographie, für die Autisten bislang auch nur schauckelnd in der Ecke saßen. Aber die ersten Kontakte liefen gut, weshalb ich positiv gestimmt bin, dass wir auch noch das letzte Modul zeitnah organisiert bekommen!

Denn wenn einem ein Amt im Nacken sitzt, was die Studienumstände ignoriert, ist das alles andere als förderlich …

 

Gruppenarbeit: In English, please

Es hätte alles so gut laufen können. Doch was ich aktuell in einem Modul erlebe ist Mal wieder ein wunderbares Beispiel dafür, wo ein Autist überall gegen „unsichtbare Barrieren“ laufen kann.

Im Kampf um Leistungspunkte im biologischen Bereich (wieso es tatsächlich ein Kampf ist, werde ich wohl später noch schreiben) besuche ich aktuell eine Vorlesung am Institut für Pharmazie. Bei denen gehört die Vorlesung zu einem internationalen Studiengang. Sprich; Alles auf Englisch. Selbst die Prüfung später wird in englischer Sprache gehalten. Zum Glück konnte ich hier direkt zwischen schriftlich und mündlich wählen, da für mich so oder so eine gesonderte Prüfung gestellt werden muss.

An sich bin ich auch nicht gerade faul, was die Organisation des Studiums angeht. Noch Wochen vor dem Semester bemühte ich mich zusammen mit meinem damaligen Studienassistenten um einen Termin beim verantwortlichen Dozenten. Wir klärten ihn über meine Diagnose auf und regelten meine Nachteilsausgleiche. In diesem Fall sprachen wir sogar mit einem Doktor, der über das Asperger-Syndrom zumindest grundsätzlich Bescheid wusste. Somit wurde ich relativ problemlos von einem Vortrag im Seminar befreit. Aber; Ich muss den Vortrag mit vorbereiten.

Genau diese Vorbereitung entwickelt sich aktuell zu einem Spießrutenlauf. Beginnend damit, dass die Mitarbeiter im Seminar nicht informiert waren. Weder über die Studentin aus einem anderen Studiengang, noch darüber, dass diese Studentin autistisch ist. Diese Panne konnte ich nur deshalb spontan beheben, weil ich mir dieses Szenario im Kopf ausgemalt hatte.

Es kam aber noch dicker; Die Verteilung der Vortragsthemen sollten die Studenten unter sich klären. Ebenso wie die Verteilung der Paper (= wissenschaftlicher Artikel). Für mich; das schlimmstmögliche Szenario. Kommunikation mit fremden Studierenden ist für mich so schon enorm anstrengend. Jetzt aber noch alles auf Englisch, weil kaum ein anderer Student in dem Kurs deutsch spricht. Was die Kommunikationsprobleme natürlich überdeutlich werden lässt. Auf Deutsch kann ich deutlich mehr überspielen … Der verantwortliche Dozent hat daran natürlich nicht gedacht.

Irgendwie habe ich es jetzt geschafft, zu den beiden Studenten in meiner Gruppe Kontakt aufzunehmen. Glücklicherweise über WhatsApp. Zurzeit schreibe ich folglich noch. Die Paper sollte ich heute auch noch bekommen, mit zwei Wochen Verspätung. Und irgendwann muss ich mit denen noch sprechen. In einer Zeit, in der ich beinahe jeden Tag am Limit agiere …

Ich bin kurz davor auf Nachteilsausgleich zu plädieren und den Vortrag vollständig in eine Hausarbeit umwandeln zu lassen. Aber so ganz will ich noch nicht aufgeben.

Fortsetzung folgt … (die nächste Vorlesung ist heute um 10 Uhr).

Grundschule, Klappe die erste

In meiner Kindheit hatte es kaum Hinweise darauf gegeben, dass ich autistisch sein könnte. Die meiste Zeit hatte ich eher weniger mit anderen Kindern zu tun. Zudem war meine Familie, bis ich in die Schule kam, schon dreimal umgezogen. Zwischenzeitig lebten wir auch in einem anderen Bundesland. Zwar bemerkten einige Verwandte, dass ich auf eine gewisse Weise anders war. Benennen konnte diese Andersartigkeit aber niemand.

Wo ich dann mit fast sieben eingeschult wurde (ein Umstand, der meinem Geburtstag im September geschuldet war), hatte ich schon so etwas wie einen Freundeskreis. Auch wenn die tatkräftige Unterstützung meiner Mutter da wohl nicht unerheblich war.

In die Schule kam ich aber allein. Zwei meiner Freundinnen waren schon längst eingeschult worden und gingen in die zweite und dritte Klasse. Eine weitere würde erst nächstes Jahr an die Schule folgen.

Meine erste Schule kommt mir auch heute noch immer ein wenig seltsam vor. Wenn der Schulgong ging, hatten wir uns auf dem Schulhof aufzustellen. In Zweierreihen, an der zur eigenen Klasse zugehörigen Markierung. Die Lehrer erschienen dann am Eingang und winkten uns rein. Im Laufe des Jahres sollte ich einmal beim Toben verpassen, wie meine Klasse ins Gebäude ging. Als ich dann zu den Lehrern ging, wollten die mich zu den Viertklässlern schicken. Was natürlich allein meiner Körpergröße geschuldet war.

Ich kam damals in eine sehr bunte, und vor allem laute Klasse. Für mich war das Segen und Fluch zugleich. Unter all den anderen Kindern, die sich nicht benahmen und zudem nicht gut im Stoff mitkamen, fiel mein eigenes Fehlverhalten nicht allzu stark ins Gewicht. Immerhin waren bei mir die schulischen Leistungen gut. Da konnte man sich ruhig erst einmal um die anderen kümmern. Also kippelte ich weiter auf meinem Stuhl und faltete Unmengen an Papierbooten. Nur fiel dadurch natürlich nicht auf, dass ich Autistin war.

Obwohl es sozial natürlich nicht rosig aussah. Innerhalb meiner Klasse knüpfte ich eine lose Freundschaft. Draußen war ich dann eher mit meinen Freundinnen aus dem Kindergarten unterwegs. Als ich einmal die aus der zweiten Klasse nach ein paar Wochen nicht finden konnte, stand ich heulend auf dem Schulhof. Ich wusste (oder begriff) schlicht nicht, dass sie krank zu Hause im Bett lag. Insbesondere ein Mädchen aus der Vierten kümmerte sich an dem Tag um mich. Und zu Hause erzählte ich dann stolz von der „Freundin, die ich nicht kenne“. Mein siebenjähriges Ich wusste den Namen nicht, also kannte es die Freundin nicht. Aber in den Klassenverband schaffte ich es nie.

Viel schlimmer aber waren die ständigen Hänselleien. Ich hatte mich schon im Kindergarten immer wieder mit den Jungs gezofft. Wobei der Streit auch immer von den Jungs ausging. Da ich aber so gut wie immer einen Kopf größer war, schreckte ich selten davor zurück, im Zweifelsfall auch meine körperliche Überlegenheit einzusetzen. Öfter aber floh ich in den Pausen auf die Mädchentoilette. Mein Namensschildchen in der Klasse zerbrach schon innerhalb der ersten Woche. Ein Junge hatte es zerschlagen. Alle anderen Namensschilder standen noch viel länger auf den Plätzen. Ich verstand nicht, wieso ich kein neues Schild bekam. Es war nicht meine Schuld, dass das schöne Schild kaputt war.

Was ich damals ebenso wenig verstand, war der Religionsunterricht. Mir kam es seltsam vor, dass bei „Religion“ gut die Hälfte der Klasse den Raum verließ. Sie wurden dann noch sprachlich gefördert, so hieß es. Durfte man etwa nicht am Religionsunterricht teilnehmen, wenn man sprachlich nicht gut genug war? Vom Islam hatte mein 7-jähriges Ich noch keine Ahnung (wir wohnten damals in einem Stadtteil, in dem verhältnismäßig viele Menschen mit Migrationshintergrund lebten). Genauso wenig von dem seltsamen Ritual, mit dem jede Religionsstunde begann. Aufstehen, komisch herumhampeln, setzen. Irgendwann, nach Wochen, machte ich das herumhampeln einfach mit. Auch wenn ich den Sinn dahinter niemals verstand. Das Bekreuzigen ist einem Kind aus einer evangelischen Familie nicht zwingend bekannt. Die Lehrerin mochte ich ebenfalls nicht. Sie war viel strenger als mein Klassenlehrer. Was ich der Tatsache zuschrieb, dass sie die Klassenlehrerin meiner Freundin aus der dritten war.

So verging mein erstes Schuljahr ohne größere Zwischenfälle. Von einem angeknacksten Armknochen Mitte September einmal abgesehen. Am Ende des Schuljahres sollte sich aber wieder alles ändern. Eines Tages setzten sich meine Eltern mit mir und meinem Bruder zusammen ins Wohnzimmer. Sie würden sich trennen. Wir würden alle wieder umziehen. Für mich, meinen Bruder und meine Mutter hieß das; in eine andere Stadt.

Und somit wechselte ich zur zweiten Klasse hin die Schule.

 

Realschule: Wo ist das Problem?

Ich wechselte auf die Realschule mit dem festen Ziel, nach dem dortigen Abschluss aufs Gymnasium zu gehen. Das war von Beginn an der Plan, weshalb es für mich auch kein Problem war, dass ich nicht aufs Gymnasium kam. Womöglich half es mir, dass die Klassenbeste aus meiner Grundschulklasse ebenfalls an die Realschule wechselte (wir sollten da noch ein Jahr in derselben Klasse sein. Dann wechselte sie erneut die Schule).

Ich kam in ein Umfeld, in dem die Lehrer hinter meinem Rücken alle über meine Diagnose informiert waren. Ohne, dass ich selbst eine Ahnung hatte. Meine Mutter hatte den Schulleiter schon angesprochen, bevor sie überhaupt meine Anmeldung einreichte. Ich bekam nur mit, dass ich Gruppenarbeiten durchaus allein erledigen durfte. Was ich aber eher der Tatsache zuschrieb, dass ich allein mit dem Stoff genauso schnell durchkam wie die anderen in den Gruppen. Mit den Lehrern hatte ich insgesamt ein gutes Verhältnis. Selbst mit einigen bei den Schülern unbeliebten. Das größte Problem für mich waren die Mitschüler. Unterricht? Kein Thema.

Was war aber mit Klassenfahrten? Schüleraustauschen?

Was man von manchen Müttern autistischer Kinder hört sollte man meinen, dass die Lehrer sich bei mir stark gewehrt haben. Wenn, dann habe ich davon nichts mitbekommen. In der fünften Klasse machte ich, wie selbstverständlich, die erste Klassenfahrt mit. Es ging in die Eifel, zur „Stärkung des Gemeinschaftsgefühls“. Und tatsächlich fühlte ich mich in dieser einen Woche zum erste Mal so, als würde ich tatsächlich zur Klassengemeinschaft gehören. Kein Mobbing. Man bezog mich in die Aktivitäten mit ein. Aber nur, weil man es musste. Zurück in der Schule war alles wieder wie vorher.

Bezüglich des Pflichtprogramms wäre das der einzige Ausflug gewesen, den ich bis zur Abschlussfahrt in der zehnten hätte absolvieren müssen.

Aber was mache ich? Zu Beginn der achten Klasse melde ich mich für den Schüleraustausch mit Frankreich. Nach gerade einmal einem Jahr Französischunterricht. Niemand hält mich auf. Ich fuhr für zwei Wochen nach Frankreich, ohne dass es dort größere Probleme gegeben hätte. Wenigstens erinnere ich mich an keine. Auch wenn ich sozial ein ziemlicher Trampel gewesen sein dürfte, ohne es jemals böse gemeint zu haben. Beim Gegenbesuch rannte ich zudem aus eigenen Antrieb den Lehrern hinterher, dass auf die Bedürfnisse meiner Brieffreundin geachtet wird. Auf französischer Seite gab es eine Diabetikerin (Typ1). Daher hatte man, mit vorheriger Absprache bei den Eltern, einfach beide Schülerinnen mit Behinderung zusammengebracht. In diesem Fall eine deutsche Autistin mit einer französischen Diabetikerin.

In der neunten Klasse nahm ich an einem einseitigen Schüleraustausch mit Polen tiel, wenn auch in gewisser Weise zusammen mit meinem Bruder.

In der zehnten Klasse fahre ich, wie selbstverständlich, mit auf die Klassenfahrt nach England. Das erste und einzige Mal, dass es auf einer Klassenfahrt von meiner Seite her definitiv Terz gab. Doch auch nur bedingt aufgrund meines Autismus. Immerhin hatten die anderen Mädels mich ohne Diskussion in ein eigenes Zimmer gesteckt. Mit der Begründung, dass die Betten ja so kurz seien und ich mich in das dortige Doppelbett wenigstens querlegen könnte. In England lief ich wegen eines Bruchs der großen Zehe noch mit einem „Klumpfuß“ herum. Einem Spezialschuh, der sämtliches Gewicht auf die Ferse verlagerte. Lange Strecken zu laufen, war da keine gute Idee. Am Ende der Fahrt war mein ganzer Fuß geschwollen. (Und meine Klassenlehrerin schimpfte mit mir, als sie mich in unserem Bungalow ohne den Klumpfuß erwischte. Da ich den aber sowieso nur noch diese Woche tragen sollte, war ich im Haus wieder vorsichtig ohne das blöde Ding unterwegs).

Natürlich funktionierte auch alles so gut, weil ich bei sämtlichen Fahrten und Ausflügen immer eine Bezugsperson hatte. In meiner Klasse gab es eine Gruppe von Mädchen, bei denen ich immer mehr oder weniger mit drinhing. Einige waren schon seit der zweiten Klasse in meinem direkten Umfeld gewesen. In Frankreich war meine damalige beste Freundin aus nächsthöheren Jahrgang mit dabei und ich hatte eine sehr fürsorgliche Gastfamilie. Ansonsten hätte ich mich da auch sicherlich an den Schulleiter halten können, der ebenfalls mit dabei war und mir zu meinem Geburtstag noch ein Geschenk meiner Mutter überreichte, das er mitgenommen hatte. Außerdem gab es stets im Voraus einen Plan, was an welchem Tag stattfinden würde. Auf Dauer hätte ich ein solches Programm natürlich niemals durchgestanden, aber für ein oder zwei Wochen hielt ich es damals schon durch.

Im Übrigen hat sich die Schule niemals damit profiliert, dass ich dort Schülerin war. Obwohl ich dieser Schule das durchaus zugestehen würde.

 

Der schlimmstmögliche Fall

Ich bin der Typ Mensch, der sich öfters die unterschiedlichsten Situationen ausmahlt. Zum Beispiel, um mich auf ein wichtiges Gespräch vorzubereiten. Oder potentiell schwierige Situationen. Deshalb umfassen diese Gedankenspiele auch Dinge, die möglichst nicht passieren sollten. Wie zum Beispiel mitten in der Öffentlichkeit in einen Overload zu geraten, den ich nicht mehr unter Kontrolle halten kann.

Einmal ist mir aber genau das beinahe passiert.

Die Vorgeschichte hierzu findet sich auf „Eine Woche am Limit“. Schon aufgrund der zu vorigen, sehr stressigen Tage hatte ich an diesem Morgen kaum noch Kraft. Ausruhen aber konnte ich mich nicht. Der Kater musste zur Oma geschafft werden, damit er in Abwesenheit von P versorgt werden kann. Ich musste noch einige Dinge besorgen, die zwischenzeitig ausgegangen waren. Zurück zum 500km entfernten zu Hause wollte ich dann erst Ende der Woche fahren. P war schon am Vortag als Notfall operiert worden, weshalb ich für diesen Tag keinen richtigen Plan mehr hatte. So viel also zur Ausgangslage …

Ich wusste nicht wann O3 genau auftauchen würde. Er sollte den Kater mitnehmen und mich noch einmal zur Klinik bringen. Irgendwann am späten Vormittag erfuhr ich, dass er nun unterwegs sei. Blieben mir noch etwa 2 Stunden bis zur Abfahrt. Zudem plante ich, zuerst mit O3 noch ein paar Dinge zu besorgen, dann den Kater transportfähig zu machen und zur Klinik zu fahren. Zwischendurch bat ich noch meinen Bruder darum, meinen Termin in der Psychiatrie am Freitag abzusagen. So früh würde ich sicherlich nicht nach Hause kommen.

Der Plan mit O3 zerschlug sich, kaum dass er zur Tür hineinkam. Er wollte zuerst den Kater einpacken, dann die Sachen für den Kater. Zudem schimpfte er über meinen Bruder, dass der den Kater nicht schon mitgenommen hatte. Auch wollte er den Kater in eine einfache Ordnungsbox packen, wenn der nicht in die Transportbox wollte. Zum Glück schaffte ich es, den Kater mit einem Leckerli zu überlisten. Dann wurde alles sehr hektisch, bis wir schließlich mit dem Kater auf der Rückbank im Auto saßen und auf dem Weg zur Klinik waren.

Die Fahrt zur Klinik war alles andere als angenehm. O3 hielt mir große Vorträge, dass ich anders mit Menschen umgehen und sowieso sehr viel entspannter sein müsste. Ich glaube nicht, dass er wirklich begriffen hat, dass ich Autistin bin. Wenn ich Anweisungen gebe (ich musste navigieren), dann kommen die schnell etwas ruppig. Ohne dass es etwas heißen muss. Also ließ ich alles klaglos über mich ergehen und war heilfroh, als ich bei P im Krankenzimmer allein zurückblieb.

Dort blieb ich ebenfalls nicht lange. P war offensichtlich erschöpft und hatte zudem wieder Schmerzen. Dieses Mal von der OP. Also machte ich mich zügig wieder auf. Auf dem Klinikgelände half ich noch einem Rollstuhlfahrer über die Straße zu kommen. Für mich eine Selbstverständlichkeit.

Wieder am Hauptbahnhof. Der nächste Zug ging in drei Minuten. Ich aber hatte Durst. Also ließ ich den Zug fahren und holte mir noch schnell etwas zu trinken. Überall waren Menschen und ich froh über meine Kopfhörer, die mit Musik den Umgebungslärm verdrängten. So konnte ich auch oben am Gleis zwischen all den Pendlern ausharren. Nur war ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht darüber bewusst, dass ich mitten in den Berufsverkehr geraten war.

Der Zug vor meiner Bahn hatte Verspätung. 5 Minuten. Keine große Sache. Passiert so bei der Bahn andauernd. Meine Bahn fuhr gleich drauf ein. Ich suchte mir einen Sitzplatz. Die halbe Stunde Fahrt wollte ich nicht stehen. Es gab keinen. Ich setzte mich einfach auf die Treppe des Doppelstockers. Schön am Rand, um niemanden zu behindern. Nach einem Sitzplatz zu fragen traute ich mich nicht. Wer überlässt schon einer jungen, augenscheinlich gesunden Frau seinen Sitzplatz?

Ich saß da und wartete. Der Zug fuhr nicht los. 5 Minuten, 10 Minuten. Erst nach 15 Minuten fuhren wir los. Jetzt bekam ich Sorgen wegen meines Tickets. Würde ich in der anderen Stadt noch ein neues Ticket kaufen müssen, um überhaupt zur Wohnung durchzukommen? Am nächsten Halt (Flughafen) füllte sich der Zug dann bis zum Rand. Viele hatten Koffer dabei. Ich drückte mich gegen die Wand. Ich war müde. Fühlte mich unwohl in meiner Position. Und wurde zunehmend zittrig. Kopfschmerzen. Ich kannte die Symptome. Beachtete sie aber nicht. Was sollte ich auch hier gegen einen drohenden Overload tun? Außer möglichst laut Musik zu hören.

Kurz vor meiner Station bemerkte ich Gestikulierungen eines Paares mittleren Alters, was zusammen am Flughafen eingestiegen war. Beide hatten Koffer. Die Frau stand leicht hinter mir. Ich nahm den Ohrstöpsel raus und erklärte, dass ich am nächsten Halt ebenfalls raus müsste. Nur dass es mir furchtbar schlecht ginge, weshalb ich jetzt noch nicht aufstehen könnte. Meine Stimme war nur noch ganz schwach. Nächstes Overload-Anzeichen. Den Ohrstöpsel ließ ich draußen. Ich weiß nicht mehr wieso. Vielleicht war das der Fehler.

Der Zug hielt. Ich stand auf und verließ wie alle anderen das Zug. In dem üblichen Gedränge, was am Bahnsteig bei einer Regionalbahn immer entsteht. Doch dieses Mal, nachdem hunderte, tausende Male in gleichen Situationen nicht passiert war, setzte mein Denken aus. Vollkommen. Ich spürte die Rempler nicht mehr. Dann war die Kraft in meinen Beinen weg. Ich fiel auf den Bahnsteig. Sofort bildete sich eine dankenswerte Blase um mich herum. Eine Frau trat zu mir, legte mir die Hand auf die Schulter und fragte, ob alles ok sei. Nichts war ok. Die Hand auf der Schulter war unerträglich. Kaum hörbar flehte ich darum, mich nicht anzufassen. Wenn ich eines jetzt nicht gebrauchen konnte, dann waren es noch mehr Reize.

Ich musste hier raus. Irgendwie schaffte ich es zurück auf die Beine. Sie zitterten. Doch kaum dass ich wieder stand, trillerte der Zugbegleiter einen Schritt neben mir zur Abfahrt. Reflexartig presste ich mir die Hände auf die Ohren. Der schrillte Ton war zu viel. Ich wollte heulen. Schreien. Und zwang mich doch zur Kontrolle, weil ich immer noch mitten unter Menschen war. Die ich schon längst nicht mehr war nehmen konnte. Tunnelblick. Ich habe auch kaum jemanden sprechen hören. Die Frau redete etwas davon, dass es ja auch kaum hilft, dass alle starren. Sie bot mir wieder ihre Hilfe an. Ich lehnte ab. Weil ich nicht wusste wie ich erklären sollte, dass ich Autistin bin. Dass das hier ein Overload war. Verursacht durch meine veränderte Sinneswahrnehmung. So ging ich einfach in Richtung Straßenbahn. Mit den Worten, dass ich es schon irgendwie schaffen würde.

Ich schaffte es nicht. Weiter hinten am Bahnsteig war es ruhiger. Hinter einer dicken, rechteckigen Säule setzte ich mich einfach auf den Boden. Ich zitterte. Und heulte letztendlich wirklich. Meine Gedanken fuhren Achterbahn. Alles in mir sträubte sich, die Fahrt mit der Straßenbahn anzutreten. Sollte es ähnlich wie am Vortag laufen, würde ich noch vollkommen die Kontrolle über mich verlieren. Es ging nicht. Doch wie sollte ich sonst vom Bahnhof wegkommen?

Ich begann erste Hilferufe über mein Handy abzusetzen. Eine an B, einen an C1. Beide etwa 100km von mir entfernt. Fahrzeit; wenigstens 1,5 Stunden. Ich wusste nicht, wie sich der Overload noch entwickeln würde. Meiner Mutter schrieb ich „OL“. Mein Kürzel für Overload. Sie sah nicht aufs Handy. Natürlich, sie war doch auf der Arbeit. Irgendwann entschloss ich mich, sie anzurufen. Vielleicht hatte sie eine Idee. Könnte Hilfe organisieren. Vorbeikommende Passanten ignorierten mich größtenteils.

Meine Gedanken liefen nicht mehr rund. Anstatt meine Mutter auf dem Handy anzurufen, wählte ich die Festnetznummer. M ging dran. Ich erkannte meinen Fehler, und gratulierte ihm unter Tränen zum Geburtstag. Doch irgendwas an meiner Art ließ ihn erkennen, dass gerade etwas absolut nicht in Ordnung war. Er reichte mich an B weiter. Mit ihm versuchte ich zu beratschlagen, was man jetzt tun könnte. Dabei war ich kaum in der Lage zu denken. Oder zu handeln. Es wurden zu viele Entscheidungen von mir abverlangt, die ich nicht mehr länger treffen konnte. P riet, einen Rettungswagen zu rufen. B wollte versuchen, seinen Patenonkel zu erreichen. Wir beendeten das Gespräch und ich versuchte aufzustehen. Jemand beobachtete mich dabei. Es muss nicht sehr gut ausgesehen haben, denn dieser jemand wollte jetzt Hilfe holen. Ein vorbeifahrender Zugführer rief mir kurz darauf zu, dass Hilfe unterwegs sei. Und so blieb ich weiter sitzen.

Der Patenonkel ließ sich nicht erreichen. Die zugesagte Hilfe ließ mittlerweile 10 Minuten auf sich warten. 20 Minuten. Wieder sprach mit jemand an. Ich erklärte, dass ich schon seit 20 Minuten auf Hilfe warten würde. Meine Stimme war noch immer schwach. Eine weitere Frau hörte mit und bemerkte, dass man mich doch hier hinten nicht finden würde. Wir müssten runter in den Bahnhof. Sie halfen mir auf und wir gingen zusammen runter. Auf dem Weg hielt ich mich überall fest, wo ich konnte. Meine Knie ließen sich nicht bewegen. Ich kam zwar voran, aber es muss sehr seltsam ausgesehen haben.

Unten wunderte ich mich doch darüber, wie still es im Bahnhof war. Trotz der vielen Leute. Die ältere der beiden Frauen lief voraus und kam kurz darauf mit drei Bundespolizisten im Schlepptau zurück. Die fragten zuerst, was denn passiert war. Als sie mich bemerkten, stützten zwei mich augenblicklich. Vielleicht waren es die dicken Handschuhe der Polizisten, weshalb mir die Berührung plötzlich kaum noch was ausmachte. Sie setzten mich in das nächste Lokal auf einen herbeigeschafften Stuhl. Der Betreiber bot etwas zu trinken an. Ich wurde nochmal gefragt, was passiert sei. Ich umriss kurz die Situation mit meinem Vater, und dass ich auf dem Weg zurück zusammengebrochen sei. Und dass das ein psychisches Problem sei. Die Polizisten einigten sich darauf, einen Rettungswagen zu rufen. Meine Personalien wurden aufgenommen. Währenddessen schaltete ich immer weiter ab. In meinem Kopf entstand eine seltsame, taube Leere. Als man mich wieder etwas fragte, schaffte ich es nicht mehr zu antworten. Es war zu kompliziert geworden, den Mund zu öffnen und passende Laute von sich zu geben. Ich schnappte mir mein Handy und tippte mit zittrigen Fingern irgendwie die Antwort ein. Dann gab ich schließlich meine Diagnose bekannt. Mittlerweile schaukelte ich auch leicht. Mit dem Handy erklärte ich, dass ich früher oder später wahrscheinlich keinerlei Entscheidungen mehr treffen könnte. Man nahm es zur Kenntnis.

Nach fünf bis zehn Minuten kam dann der Rettungsdienst. Man rief in einer Psychiatrie an und fragte, ob für einen Notfall noch was frei war. Um weniger Aufmerksamkeit zu erregen beschloss man, dass ich möglichst selbstständig zum Rettungswagen gehen und nicht getragen werden sollte. Also ging ich, wieder gestützt von zwei Männern.

Im Rettungswagen fand ich dann kurz meine Sprache wieder. Ich wurde gefragt, wie oft so etwas schon passiert wäre. Ich antwortete, dass ich nicht mehr mitzählen würde. Aber das eindeutig das erste Mal sei, dass es derart ausgeartet sei. Als wir bei der Psychiatrie aber ankamen, war meine Sprache wieder weg.

Sie kam wieder zurück, als eine der Ärzte nach vorne kam und sich meiner annahm. Seltsamer Weise fragte man mich, ob ich tatsächlich Autistin sei. Anamnese, dann wurde beschlossen, mich für wenigstens eine Nacht aufzunehmen. Notfallintervention. Ich wurde auf die Station gebracht, wo mir Blut abgenommen wurde. Beim Pflaster protestierte ich laut. Ich hatte meine Pflasterallergie zuvor schon angegeben. Was die neu hinzugekommene Dame aber nicht mitbekommen hatte.

Wieder wurden meine Daten aufgenommen. Mitten im Prozess klingelte das Telefon. Ich dachte mir nichts dabei. Bis man mir sagte, dass meine Mutter am Telefon sei. Ich nahm den Hörer und fragte zuerst einmal irritiert, woher sie denn wüsste, wo ich sei. Ich hatte bei der Bundespolizei schon aufgegeben, jetzt noch irgendjemanden zu informieren. Sie hatte sich aber mit B erfolgreich durchtelefoniert. Und so stand ich plötzlich vor der Wahl; Entweder stationär in der Klinik bleiben, oder mich abholen lassen und in die Heimat zu meinen Verwandten. Noch am selben Abend. Die Entscheidung fiel augenblicklich. Wenn es möglich war, wollte ich hier raus. Raus aus der unbekannten Situation, mit unbekannten Leuten, wahrscheinlich noch mit einem aufgedrückten Tagesplan, und ohne etwas mehr als einer leeren Pfandflasche, meiner Geldbörse, dem Handy und den Klamotten, die ich gerade anhatte. Und das wo ich genau wusste, dass ich am nächsten Tag wahrscheinlich nur noch üble Kopfschmerzen haben würde (ich sollte Recht behalten).

Man ließ mich zuerst im Bereitschaftszimmer warten. Als das nicht mehr besetzt war, setzte man mich auf den Flur. Ich blieb dort einfach und wartete. Telefonierte zwischendrin mit Verwandten, um meine wilden Gedanken ordnen zu können. Ab und zu kamen andere Patienten vorbei, aber im Allgemeinen hatte ich meine Ruhe. Bis irgendwann schließlich meine Mutter kam und mich abholte.

Es gab dann übrigens noch eine dankbare Überraschung. Zwischendrin hatte gefühlt schon die gesamte Verwandtschaft erfahren, dass bei mir etwas vorgefallen war. In der Folge hatte T2 vorgeschlagen, dass ich erst einmal zu ihnen komme. Grund; Ein quasi auf einer eigenen Etage gelegenes Gästezimmer. Mit Bad nebenan. Dort konnte ich mich erstmal erholen, bevor es tatsächlich zurück nach Hause ging.